Kinderbuch “PAT und das Geheimnis”

Kinderbuch zum Thema sexualisierte Gewalt

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„Pat und das Geheimnis”

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Gegen Gewalt an Kindern – Die kleine Kinderbuch-Reihe der Österreichischen Kinderschutzzentren

Der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren hat in den letzten Jahren im Auftrag des Bundeskanzleramts, Abteilung Familien und Jugend, eine Reihe von Kinderbüchern zu wichtigen Kinderschutzthemen entwickelt. Verschiedene Formen von Gewalt werden darin in kindgerechter Weise thematisiert, und jede Geschichte enthält Lösungsansätze zur Wiederherstellung der Sicherheit und zur Stärkung der Ressourcen von Kindern im Umgang mit der belastenden Situation.

Zielgruppe sind Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter. Die Bücher sind für die präventive Arbeit mit Kindern im Beratungskontext oder in Bildungsinstitutionen gedacht. Sie können aber auch von Eltern verwendet werden, um mit Kindern über bestimmte Themen ins Gespräch zu kommen. Wir empfehlen, dass Kinder die Bücher mit einer erwachsenen Bezugsperson lesen, mit der die Geschichten auch nachbesprochen werden können.>

Das fünfte Buch der Reihe behandelt sexuelle Übergriffe unter Kindern. Die Geschichte zeigt die seelische Not von Kindern, wenn ihre persönlichen Grenzen überschritten werden und sie mit belastenden Geheimnissen alleine bleiben. Kinder erleben in solchen Situationen großen inneren Stress. Gefühle wie Angst, Scham, Verwirrung oder Schuld können sie kaum einordnen. Orte, die zuvor Sicherheit und Geborgenheit vermittelt haben, können plötzlich mit Unsicherheit verbunden sein.

Die Geschichte soll

  • Kindern helfen, Handlungen anderer Personen, die als Grenzüberschreitung erlebt werden, besser einzuordnen,
  • sie bestärken, nicht mit dem Erlebten alleine zu bleiben, wenn ihnen Ähnliches passiert und
  • sie zum Nachdenken anregen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen.

Für Eltern

Sich mit sexuellen Übergriffen unter Kindern auseinanderzusetzen, kann für Kinder und für Erwachsene belastend sein. Da Kinder aber bereits in jungen Jahren von sexuellen Übergriffen durch ältere Kinder betroffen sein können, ist es wichtig, sich schon früh – auf kindgerechte Weise – damit zu beschäftigen. Im Buch werden die Übergriffe nicht genau benannt, aber es wird deutlich, dass das ältere Kind etwas macht, was dem jüngeren Kind unangenehm ist.

Sogenannte Körperentdeckungsspiele (oder auch Doktorspiele) sind ein normaler Schritt in der kindlichen Entwicklung. Viele Kinder untersuchen ihre eigenen Geschlechtsorgane, zeigen diese anderen Kindern und sind auch am Körper anderer interessiert. Dafür ziehen sie sich meist an Orte zurück, wo sie ungestört sind. Das hat mit kindlicher Neugier zu tun und unterscheidet sich sehr von der Sexualität Erwachsener.

Sexuelle Übergriffe unter Kindern unterscheiden sich von Körperentdeckungsspielen vor allem durch folgende Punkte:

  • Ein Kind wird zu Handlungen überredet, gezwungen oder unter Druck gesetzt. Es entsteht kein Spiel, an dem alle beteiligten Kinder Interesse haben.
  • Es gibt einen deutlichen Macht-, Alters- oder Entwicklungsunterschied.
  • Das betroffene Kind wird zur Geheimhaltung gedrängt.

Wenn es zu Übergriffen unter Kindern kommt, ist es in der Regel kein Versagen von Erwachsenen – weder Eltern noch Pädagog*innen können rund um die Uhr kontrollieren, was Kinder gerade machen. Wichtig ist aber, angemessen zu reagieren: die Grenzverletzungen beenden und benennen, was daran nicht in Ordnung ist (ohne die beteiligten Kinder zu beschämen) und das betroffene Kind schützen. Doch auch Kinder, von denen die Übergriffe ausgehen, brauchen Unterstützung: Sie müssen lernen, die Grenzen anderer einzuhalten. Oft ergeben sich Übergriffe unter Kindern nicht einfach spontan, sondern sind ein Hinweis darauf, dass auch das grenzverletzende Kind belastet ist und Hilfe benötigt.

Wie Sie das Buch mit Ihrem Kind nutzen können

  • Lesen Sie das Buch gemeinsam mit Ihrem Kind und nehmen Sie sich Zeit für Fragen.
  • Greifen Sie Gefühle der Figuren auf, zum Beispiel, indem Sie etwa fragen: „Wie könnte es Pat hier gehen?“
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind: „Du darfst Grenzen setzen!“ – auch gegenüber älteren Kindern oder Erwachsenen
  • Signalisieren Sie: „Du kannst jederzeit mit mir reden, wenn du Sorgen hast.“

Das Buch ist nicht dazu geeignet, im Verdachtsfall Belege dafür zu finden, ob ein Kind Übergriffe erlebt hat oder nicht.
Wenn Ihr Kind von belastenden Erfahrungen berichten sollte, ist es hilfreich, wenn Sie die Aussagen ernst nehmen, ohne sie vorschnell zu bewerten. Vermeiden Sie genaue Nachfragen und holen Sie sich Unterstützung, bevor Sie weitere Schritte setzen:

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