Symposien

 

Moderation: Hedwig Wölfl

Wirksamkeit und Herausforderungen von Kinderschutzkonzepten in Organisationen

Kinderschutzkonzepte sind gerade in den letzten fünf Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ihre Konzeption, Implementierung und Anwendung erfordert wie jeder Organisationsentwicklungsprozess Ressourcen und Know-how.  So ist die Rolle von KSB beispielsweise bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt entscheidend um wirksamen Kinderschutz sicherzustellen. In diesem Symposium wollen wir die herausfordernden Aufgabe von KSB thematisieren und unterschiedliche professionelle Zugänge diskutieren. Ebenso sollen Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie Schule, Wohngemeinschaften oder Kinderschutzzentren die jeweiligen Perspektiven erweitern und neue Zugänge insbesondere im zentralen Schnittstellenmanagement thematisieren.

Moderation: DSAin Dunja Gharwal, MA

Österreichische Kinderschutzzentren gGmbH

Sozialarbeiterin im Öffentlichen Dienst der Wiener Kinder- und Jugendhilfe 2010-2017
Stabstelle Bildungsgrätzlbeauftragte der Stadt Wien, MA 56 Schule Infrastruktur 2017-2019
Kinder- und Jugendanwältin der Stadt Wien von 2019-2024
Selbständige Tätigkeit im Bereich Kommunikationsberatung seit 2019 - laufend
Lektorin an der FH Wien und FH St. Pölten seit 2015 – laufend: Schwerpunkt Menschenrechte und Ethik in der Sozialen Arbeit, Internationale Kooperationen sowie Communication and Performance

Risiken und Chancen für gelingende Kommunikation und Beziehungsgestaltung in dieser herausfordernden Situation

Bei Meldung einer Kindeswohlgefährdung sind alle Beteiligten unter Druck:

  • Meldende Person macht sich Sorgen
    • um Kinder/Jugendliche
    • um eigene Sicherheit
    • um Arbeitsbündnis mit der Familie
  • Kinder- und Jugendhilfe
    • Ist „bad cop“
    • muss unerwünschte Schritte setzen
    • weiß, dass ihr alle mit Misstrauen begegnen
  • Kinder/Jugendliche:
    • wissen oder ahnen, dass etwas nicht passt
    • wünschen Veränderung (?)
    • haben Angst, dass Dinge passieren, die sie nicht möchten
  • Eltern
    • haben Schuldgefühl
    • wollen Gutes für ihre Kinder
    • erleben sich als gescheitert
    • erwarten nichts Gutes (Vorwürfe, Strafe, Trennung der Familie, Gesichtsverlust)
    • wollen in Eltern-Rolle ernst genommen werden
    • halten sich bedeckt (Schlimmeres verhindern, nicht als Versager:in dastehen)
    • wünschen sich gemeinsame Lösungen

Wie können Kommunikation und Beziehungsgestaltung in dieser herausfordernden Situation so gestaltet werden, dass konstruktive Lösungen eine Chance haben und nicht am gegenseitigen Misstrauen scheitern?

Moderation: Trude König

Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin (systemische Therapie), 11 Jahre sozialarbeiterische Tätigkeit in Wiener Kinder-u. Jugendhilfe in einer Stadtrandsiedlung in Wien.
1991 bis Jänner 2025 Kinderschutzzentrum Wien: Schwerpunkt: Arbeit mit Gewalt

 

Kinder als Betroffene sexueller Gewalt durch nahe Angehörige: welchen Schutz brauchen sie – und wie kann in der Familie damit umgegangen werden?

Sexuelle Gewalt durch nahe Bezugspersonen birgt eines der höchsten Risken für komplexe Entwicklungstraumata. Daher stellt sich die Frage, welche Schutzmaßnahmen brauchen betroffene Kinder.
Ein Schutz vor Kontakt bzw. Konfrontation mit der grenzverletzenden und/oder traumatisierenden Bezugsperson gilt zumindest in der ersten Phase als unabdingbare Intervention.
Kann es nach innerfamiliärer sexueller Gewalt auch so etwas wie einen geschützten Täter:innenkontakt geben – und welche Voraussetzungen braucht es dafür? Und wenn nein, wie lässt sich Täterkontakt langfristig bannen?
Welche Rolle spielen Familiensysteme in Fällen von innerfamiliärer sexueller Gewalt? Und welchen Stellenwert hat dabei die Position des betroffenen Kindes? Keine einfachen Fragen. Wir wollen in diesem Symposium mehrperspektivisch auf das Thema Kontakt nach sexueller Gewalt durch nahe Angehörige schauen und diesbezügliche Schutz- und Interventionsmaßnahmen erörtern.

Moderation: Dr.in Adele Lassenberger

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin seit 1992, derzeit freiberuflich tätig in freier Praxis, weiters als Supervisorin und Referentin. Weiterbildungen in Klinischer Hypnose (MEGA) und Psychotraumatologie (ZAP); Qualifikationen für Elternbildung, Prozessbegleitung, Fachberatung im Kinderschutz und Safeguarding Policy.
Expertisen in Fragen des Kinderschutzes, insbesondere für die Themenbereiche Sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hochstrittigkeit.
Anstellungen:
AVS Kärnten – Psychologisch-Psychotherapeutischer Dienst (1992-2008) Kinderfreunde Kärnten - DELFI Kinderschutzzentrum Wolfsberg (2008-2021)
Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderschutzzentren 2011-2021.