Symposien
Die Digitalisierung verändert sexuelle Entwicklung, Beziehungsanbahnung und Grenzsetzungen im Kindes- und Jugendalter deutlich. Neben neuen Möglichkeiten für Information, Orientierung und Selbstbestimmung entstehen spezifische Risiken, etwa durch Cybergrooming, sexualisierte Gewalt mit digitalen Mitteln, Sextortion oder die Weitergabe intimer Bilder ohne Einwilligung. Das Symposium „Sexualität im digitalen Raum – die Krise zwischen Schutz und Freiheit“ greift die daraus entstehenden Spannungsfelder zwischen Schutzauftrag, Entwicklungsrechten und Privatsphäre junger Menschen auf. Im Mittelpunkt stehen wirksame Präventions- und Interventionsansätze, Risiko- und Schutzfaktoren, rechtliche Fragen, die Verantwortung von Plattformen sowie Anforderungen an traumasensible Beratung und Qualifizierung von Fachkräften. Ziel ist ein vertiefter fachlicher Austausch zur Weiterentwicklung tragfähiger Schutzkonzepte, die wissenschaftliche Erkenntnisse, Kinderrechte und digitale Lebenswelten zusammenführen.
Moderation: Hedwig Wölfl
Die möwe Kinderschutz gemeinnützige GmbH
Klinische- und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin (Analytische Psychologie)
Geschäftsführerin und Fachliche Leiterin der möwe Kinderschutz gemeinnützige GmbH; Vizepräsidentin der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit; Lehrbeauftragte an der Universität Wien sowie an verschiedenen Psychotherapeutischen Propädeutika; Seminar- und Vortragstätigkeit zu psychologischen Themen wie Kinderschutz und Kinderrechte, Frühe Hilfen, Gesprächsführung, Gesundheitsförderung, Medien-Ethik-Psychologie
Wirksamkeit und Herausforderungen von Kinderschutzkonzepten in Organisationen
Kinderschutzkonzepte sind gerade in den letzten fünf Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ihre Konzeption, Implementierung und Anwendung erfordert wie jeder Organisationsentwicklungsprozess Ressourcen und Know-how. So ist die Rolle von KSB beispielsweise bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt entscheidend um wirksamen Kinderschutz sicherzustellen. In diesem Symposium wollen wir die herausfordernden Aufgabe von KSB thematisieren und unterschiedliche professionelle Zugänge diskutieren. Ebenso sollen Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie Schule, Wohngemeinschaften oder Kinderschutzzentren die jeweiligen Perspektiven erweitern und neue Zugänge insbesondere im zentralen Schnittstellenmanagement thematisieren.
Moderation: DSAin Dunja Gharwal, MA
Österreichische Kinderschutzzentren gGmbH
Sozialarbeiterin im Öffentlichen Dienst der Wiener Kinder- und Jugendhilfe 2010-2017
Stabstelle Bildungsgrätzlbeauftragte der Stadt Wien, MA 56 Schule Infrastruktur 2017-2019
Kinder- und Jugendanwältin der Stadt Wien von 2019-2024
Selbständige Tätigkeit im Bereich Kommunikationsberatung seit 2019 - laufend
Lektorin an der FH Wien und FH St. Pölten seit 2015 – laufend: Schwerpunkt Menschenrechte und Ethik in der Sozialen Arbeit, Internationale Kooperationen sowie Communication and Performance
Referentin: Mag.a Lilly Axster
Fachstelle Selbstlaut gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Referent: Peter Sarto
Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien
Risiken und Chancen für gelingende Kommunikation und Beziehungsgestaltung in dieser herausfordernden Situation
Bei Meldung einer Kindeswohlgefährdung sind alle Beteiligten unter Druck:
- Meldende Person macht sich Sorgen
- um Kinder/Jugendliche
- um eigene Sicherheit
- um Arbeitsbündnis mit der Familie
- Kinder- und Jugendhilfe
- Ist „bad cop“
- muss unerwünschte Schritte setzen
- weiß, dass ihr alle mit Misstrauen begegnen
- Kinder/Jugendliche:
- wissen oder ahnen, dass etwas nicht passt
- wünschen Veränderung (?)
- haben Angst, dass Dinge passieren, die sie nicht möchten
- Eltern
- haben Schuldgefühl
- wollen Gutes für ihre Kinder
- erleben sich als gescheitert
- erwarten nichts Gutes (Vorwürfe, Strafe, Trennung der Familie, Gesichtsverlust)
- wollen in Eltern-Rolle ernst genommen werden
- halten sich bedeckt (Schlimmeres verhindern, nicht als Versager:in dastehen)
- wünschen sich gemeinsame Lösungen
Wie können Kommunikation und Beziehungsgestaltung in dieser herausfordernden Situation so gestaltet werden, dass konstruktive Lösungen eine Chance haben und nicht am gegenseitigen Misstrauen scheitern?
Moderation: Trude König
Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin (systemische Therapie), 11 Jahre sozialarbeiterische Tätigkeit in Wiener Kinder-u. Jugendhilfe in einer Stadtrandsiedlung in Wien.
1991 bis Jänner 2025 Kinderschutzzentrum Wien: Schwerpunkt: Arbeit mit Gewalt
Referentin: Mag.a Irene Hirsch
St.Nikolausstiftung
Inklusive Elementarpädagogin, Klinische- und Gesundheitspsychologin
Langjährige Erfahrung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der aufsuchenden Familienbegleitung im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familiengerichtshilfe.
Arbeitsschwerpunkte: Leitung der Mobilen Dienste und Kinderschutzbeauftrage der St. Nikolausstiftung (Kindergartenträgerorganisation), Beratung, Krisenintervention und Weiterbildung
Referentin: Mag.a Regula Mickel-Schnizer
Wiener Kinder-und Jugendhilfe
Referentin: Dr.in Anna Schwitzer
Unabhängiges Kinderschutzzentrum Wien
Psychotherapeutin (Systemische Familientherapie) und klinische Psychologin, arbeitet im Unabhängigen Kinderschutzzentrum Wien und in freier Praxis, Leiterin des Kinderschutzzentrums seit 2022. Arbeitsschwerpunkte: Geschäftsführung und fachliche Leitung, Elternberatung, Psychotherapie, Helfer:innenberatungen, Krisenintervention, Weiterbildungen
Referentin: Dr.in Antonia Wininger
Unabhängiges Kinderschutzzentrum Wien
Psychotherapeutin i. A. u. S. (Psychoanalyse) und Supervisorin (ÖVS), arbeitet im Unabhängigen Kinderschutzzentrum Wien und in freier Praxis in Wien und Baden. Arbeitsschwerpunkte: Elternberatung, Psychotherapie, Helfer*innenberatung, Weiterbildungen, Krisenintervention, Supervision
Kinder als Betroffene sexueller Gewalt durch nahe Angehörige: welchen Schutz brauchen sie – und wie kann in der Familie damit umgegangen werden?
Sexuelle Gewalt durch nahe Bezugspersonen birgt eines der höchsten Risken für komplexe Entwicklungstraumata. Daher stellt sich die Frage, welche Schutzmaßnahmen brauchen betroffene Kinder.
Ein Schutz vor Kontakt bzw. Konfrontation mit der grenzverletzenden und/oder traumatisierenden Bezugsperson gilt zumindest in der ersten Phase als unabdingbare Intervention.
Kann es nach innerfamiliärer sexueller Gewalt auch so etwas wie einen geschützten Täter:innenkontakt geben – und welche Voraussetzungen braucht es dafür? Und wenn nein, wie lässt sich Täterkontakt langfristig bannen?
Welche Rolle spielen Familiensysteme in Fällen von innerfamiliärer sexueller Gewalt? Und welchen Stellenwert hat dabei die Position des betroffenen Kindes? Keine einfachen Fragen. Wir wollen in diesem Symposium mehrperspektivisch auf das Thema Kontakt nach sexueller Gewalt durch nahe Angehörige schauen und diesbezügliche Schutz- und Interventionsmaßnahmen erörtern.
Moderation: Dr.in Adele Lassenberger
Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin seit 1992, derzeit freiberuflich tätig in freier Praxis, weiters als Supervisorin und Referentin. Weiterbildungen in Klinischer Hypnose (MEGA) und Psychotraumatologie (ZAP); Qualifikationen für Elternbildung, Prozessbegleitung, Fachberatung im Kinderschutz und Safeguarding Policy.
Expertisen in Fragen des Kinderschutzes, insbesondere für die Themenbereiche Sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hochstrittigkeit.
Anstellungen:
AVS Kärnten – Psychologisch-Psychotherapeutischer Dienst (1992-2008) Kinderfreunde Kärnten - DELFI Kinderschutzzentrum Wolfsberg (2008-2021)
Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderschutzzentren 2011-2021.
Referentin: Mag.a Vanessa Weißenböck
TAMAR – Beratungsstelle für misshandelte und sexuell missbrauchte Frauen*, jugendliche Mädchen* und Kinder
Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin, Zertifikat Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Elementarpädagogin
Berufliche Erfahrung:
Pädagogin in Kindergarten und Hort, Klinische Psychologin im Wilhelminenspital, Kinderbezugsfrau in einem Wiener Frauenhaus.
Seit 2011 in der Beratungsstelle TAMAR als Beraterin, psychosoziale Prozessbegleiterin für Betroffene von sexualisierter Gewalt und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche tätig. Seit 2019 zusätzlich Übernahme der inhaltlichen Geschäftsführung.
Psychotherapeutische Praxis in 1100 Wien.
Referent: Alexander Grohs, MA
NEUSTART
Standortleitung NÖ und Burgenland
Sozialarbeiter und Studium Gesundheitsmanagement
seit 22 Jahren bei NEUSTART, ursprünglich Bewährungshelfer und Anti-Gewalt-Trainer, dann Abteilungsleiter und seit 8 Jahren Leiter von Niederösterreich und Burgenland
Nebenberuflicher Lektor und Dozent an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten
Vortragender an den Bildungszentren der Sicherheitsakademien des Bundesministerium für Inneres, Landespolizeidirektion und Bundeskriminalamt
Speaker und Referent u.a. zu den Themen Gewaltprävention, Täter:innenarbeit, (De-)Radikalisierung und Geschlechterarbeit.
Träger des Sicherheitsverdienstpreises NÖ und Role-Model beim österreichischen Frauenfond und StOP – Stadtteile ohne Partnergewalt.